Klopfen — für eine konkrete Anspannung.
Du klopfst mit den Fingerspitzen sanft eine Reihe von Punkten im Gesicht und am Oberkörper ab. Die Methode wird auch Tapping oder EFT genannt. Wähle dafür eine konkrete, gerade gut aushaltbare Anspannung, etwa vor einem Gespräch oder nach einem Streit. Ansagen und Bilder begleiten dich durch die Übung.

Benennen
Du schreibst in ein paar Worten, was gerade drückt — oder wählst eine der sechs Übungen, die einen passenden Vorschlag mitbringen. Der Text bleibt auf dem Gerät.
Eine Zahl
Wie stark ist es gerade, von null bis zehn? Nur für dich, nur für diesen Moment.
Der Satz vorweg
Flache Hand auf die Brust, langsam kreisen — nicht klopfen — und dabei einen Satz dreimal mitsprechen.
Die Punkte
Mit den Fingerspitzen sanft klopfen: Handkante, Augenbraue, neben dem Auge, unter dem Auge, unter der Nase, Kinnfalte, Schlüsselbein, unter dem Arm. Rundherum, dreimal, während du bei der Sache bleibst.
Die Unterbrechung
Du klopfst am Handrücken weiter. Dabei werden Blickbewegungen, kurzes Summen und Zählen angeleitet. Du musst dir die Reihenfolge nicht merken.
Noch eine Zahl
Zum Abschluss schaust du noch einmal hin: Wie fühlt es sich jetzt an? Die Zahl darf sich verändert haben oder gleich geblieben sein.
„Auch wenn mein Kopf gerade nicht aufhört — muss ich die Gedanken jetzt nicht lösen.“
Du verbindest die Aufmerksamkeit für dein Anliegen mit Berührung und einfachen Bewegungen. Diese vier Elemente begegnen dir in der Runde.
Dabeibleiben
Du wählst ein konkretes Anliegen, das sich gerade gut aushalten lässt.
Benennen
Du beschreibst in wenigen Worten, was dich beschäftigt.
Aufmerksamkeit lenken
Du folgst den Ansagen und richtest deine Aufmerksamkeit auch auf die Bewegungen.
Berührung und Atem
Du klopfst sanft und lässt deinen Atem natürlich weiterfließen.
In deinem Tempo
Du kannst jederzeit pausieren, einen Schritt auslassen oder aufhören.
Wähle ein Anliegen, bei dem du dich sicher genug fühlst, kurz hinzuschauen. Belastende Erinnerungen solltest du nicht allein mit der Übung bearbeiten. Gentle ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung.
Sechs Übungen für verschiedene Anlässe
Der Ablauf ist überall gleich; unterschiedlich sind der Satz vorweg, die Länge der Unterbrechung und ob du dein Anliegen selbst eintippst oder die Übung es vorschlägt.

Wenn es hochkocht
Für Anspannung ohne genauen Anlass

Kurz vor dem Termin
Vor Vortrag, Prüfung, Gespräch

Wenn der Kopf nicht aufhört
Für Grübeln, das nicht aufhört

Wenn du hart mit dir bist
Für einen freundlicheren inneren Ton

Nach dem Streit
Für Ärger, der noch im Körper sitzt

Wach im Bett
Leise Fassung, ohne Skala
Die Punkte
Paarige Punkte gibt es links und rechts — eine Seite genügt. Fühlt sich ein Punkt unangenehm an, lass ihn aus oder leg nur die Hand auf. In der App liegen zwei Zeichnungen bei, auf denen jeder Punkt markiert ist.
- 1
Handkante
Außenkante der Hand unter dem kleinen Finger
- 2
Augenbraue innen
Am inneren Ende der Braue, über der Nasenwurzel
- 3
Neben dem Auge
Auf dem Knochen am äußeren Augenwinkel
- 4
Unter dem Auge
Auf dem Knochen unter der Pupille
- 5
Unter der Nase
Zwischen Nase und Oberlippe
- 6
Kinnfalte
In der Vertiefung unter der Unterlippe
- 7
Schlüsselbein
Kurz unter dem inneren Ende des Schlüsselbeins
- 8
Unter dem Arm
Etwa eine Handbreit unter der Achsel
Wann du das besser nicht allein machst
Die Übung holt absichtlich etwas Unangenehmes nach vorn. Das ist der Zweck — aber es ist auch der Grund, warum sie nicht für alles taugt. Wenn etwas Schweres dahintersteckt, gehört das zu einer Person, die zuhört, und nicht in eine App. Bewegt sich nach drei Runden nichts, bricht Gentle von selbst ab und sagt das, statt eine vierte Runde zu verlangen.
Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222, kostenlos und rund um die Uhr. In einer akuten Notlage: 112.