Du sagst, wie viel Zeit du hast.
Für die Pause zwischen zwei Terminen, den Weg nach Hause, den Moment vor dem Einschlafen. Was angezeigt wird, dauert auch wirklich so lang.
Gentle gibt dir fünf bis zwölf Minuten, in denen sich das legt. Ohne Ratgeberton, ohne Versprechen, das niemand halten kann.

Für die Pause zwischen zwei Terminen, den Weg nach Hause, den Moment vor dem Einschlafen. Was angezeigt wird, dauert auch wirklich so lang.
Ein Wort genügt. Gentle sucht die passende Übung heraus — eine Kurzsitzung, eine Einheit oder eine Klopfrunde.
Fünf bis zehn Einheiten, aufeinander aufbauend. Einheit zwei weiß, was in Einheit eins passiert ist.

Für Gedanken, die nicht aufhören zu kreisen.

Abende, an denen der Kopf noch arbeitet.

Für den Kopf, der bei jeder Kleinigkeit abspringt.

Für Streit, Distanz und die Worte danach.

Prüfung, Gespräch, Bühne — die zehn Minuten davor.

Ein Übergang zwischen Arbeit und Nacht.

Für Tage, an denen alles leer wirkt.

Für Gedanken, die schon im nächsten Jahr sind.

Du gehst mit dir härter um als mit allen anderen.
Sitzen, hören, nichts tun. Body Scan, Atemanker, Gedanken kommen lassen — ausgeschriebene Texte, keine Bausteine.
Anspannen und loslassen, Gruppe für Gruppe, bis der Körper den Unterschied kennt.
Wie das abläuftAugen offen, Hände beschäftigt — für Anspannung, die zu groß ist, um sie in Ruhe zu betrachten.
Wie das abläuftDu klopfst mit den Fingerspitzen sanft eine Reihe von Punkten im Gesicht und am Oberkörper ab, während du bei dem bleibst, was gerade drückt. Keine Meditation: Augen offen, Hände beschäftigt, Pausen von Sekunden statt halben Minuten. Für die Anspannung, die zu groß ist, um sie in Ruhe zu betrachten — zehn Minuten vor dem Vortrag, Ärger, der noch im Körper steckt, Grübeln, das nicht aufhört.
Du schreibst in ein paar Worten, was gerade drückt — oder wählst eine der drei Übungen, die es fertig anbieten. Der Text bleibt auf dem Gerät.
Wie stark ist es gerade, von null bis zehn? Nur für dich, nur für diesen Moment.
Flache Hand auf die Brust, langsam kreisen — nicht klopfen — und dabei einen Satz dreimal mitsprechen.
Mit den Fingerspitzen sanft klopfen: Handkante, Augenbraue, neben dem Auge, unter dem Auge, unter der Nase, Kinnfalte, Schlüsselbein, unter dem Arm. Rundherum, dreimal, während du bei der Sache bleibst.
Am Handrücken weiterklopfen und dabei: Augen zu und auf, Blick nach unten rechts und links, Augen im Kreis, summen, von sieben rückwärts zählen. Sieht albern aus, hält den Kopf beschäftigt.
Dieselbe Skala. Hat sich nichts bewegt, sagt Gentle das offen — und hört auf, statt eine vierte Runde zu verlangen.
„Auch wenn mein Kopf nicht aufhört — ich nehme mich, wie ich bin.“
Die Technik kommt aus der Selbsthilfe der Neunziger und wurde dort mit Energiebahnen erklärt. Streicht man diesen Überbau, bleibt eine gut gebaute Übung: Du tust vier Dinge gleichzeitig, die einzeln belegt sind.
Du bleibst ein paar Minuten bei etwas Unangenehmem, statt es wegzuschieben.
Du gibst dem, was da ist, ein Wort. Das allein verändert schon, wie stark es sich anfühlt.
Die Hände sind beschäftigt, der Kopf mit Reihenfolge und Zählen. Für Grübeln bleibt weniger Platz.
Du berührst dich selbst und wirst dabei langsamer — beides beruhigt messbar.
Was die App dazu sagt, steht vor der ersten Runde — nicht im Kleingedruckten:
„Es gibt Studien, die eine Wirkung zeigen, vor allem bei Anspannung vor Auftritten; sie sind meist klein. Ob das Klopfen wirkt oder das Dabeibleiben, weiß niemand genau.“
Dieselbe Haltung gilt für die ganze App: kein Wort über Energie oder Blockaden, keine Heilsversprechen, kein Ton, der so tut, als wüsste er mehr über dich als du selbst. Und weil die Übung absichtlich etwas Unangenehmes nach vorn holt, sagt Gentle auch das: Wenn etwas Schweres dahintersteckt, mach das nicht allein damit.
Für Abende, an denen Zuhören nicht reicht, weil der Körper noch nicht mitgekommen ist. Du spannst eine Muskelgruppe fünf Sekunden an und lässt dann los — und der interessante Teil ist nicht das Anspannen, sondern was danach passiert.
Sieben Gruppen, jede zweimal, von den Händen abwärts. Beim zweiten Mal ist der Unterschied meist deutlicher zu spüren. Nie bis zum Schmerz — eine spürbare Anspannung reicht, und eine einzelne Gruppe darfst du auch auslassen.
Das Verfahren geht auf Edmund Jacobson zurück und ist seit den 1930er-Jahren untersucht. Anders als beim Klopfen ist die Studienlage hier eindeutig: Fach gesellschaften führen Entspannungsverfahren als reguläre Maßnahme, etwa in der Migräneprophylaxe. Ein Effekt zeigt sich allerdings vor allem bei regelmäßiger Übung — einmal ausprobieren beantwortet die Frage nicht.
Wer öfter kommt, hört das. Begrüßung und Einleitung wechseln, damit sich die neunte Sitzung nicht anfühlt wie ein Band, das jemand nochmal abspielt. Stimme und Hintergrundklang wählst du selbst — Regen, Meer oder nichts.

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